Die Informationsverarbeitung geschieht mit deklarativem und prozeduralem
Wissen. Zum Problemlösen wird vor allem prozedurales Wissen benötigt, um
entsprechende Lösungsstrategien zu entwerfen. Tritt ein Problem erstmals auf
wird es noch bewußt wahrgenommen und kontrolliert verarbeitet. Um dies zu
gewährleisten ist auch noch deklaratives Wissen erforderlich. Nach mehrmaligem
Auftreten des gleichen Problems wird die Verarbeitung schon oberflächlicher
und geht in eine geübte Verarbeitung über. Tritt das Problem noch häufiger
auf, so wird es nur noch automatisch verarbeitet ohne das man noch eine
genaue Definition des Anfangszustandes vornimmt. Dies kann wie oben erwähnt
positive, aber auch negative, Wirkungen haben. Das hängt ganz davon ab, was
für eine Art von Problem es ist.
Die kontrollierte Verarbeitung zeichnet sich durch eine hohe Belastung des
Kurzzeit-Gedächtnisses, eine hohe Steuerbarkeit und eine hohe Beweglichkeit
aus. Voraussetzung dafür sind Kontrolle und Steuerung des Denkens sowie
das Vorhandensein von abstraktem deklarativem Wissen.
Die automatische Verarbeitung dagegen ist durch eine geringe Belastung des
Kurzzeitgedächtnisses, eine geringe Steuerbarkeit und eine geringe
Beweglichkeit gekennzeichnet. Die kontrollierte Verarbeitung ist beim
automatischen Denken (automatische Verarbeitung) durch eine geringe Kontrolle,
eine geringe Steuerbarkeit und geringem deklarativem Wissen, sowie durch
Einstellungen nach Luchins (1942), habituellen Richtungen nach Maier
(1933, 1971) und der funktionalen Gebundenheit nach Duncker (1971) eingeschränkt.
IV. Quellenangaben
- Luchins, A.S. (1942). Psychological Monographs, 54, 248;
deutsche Übersetzung in C.F. Graumann (Hrsg.) (1969). Denken. Köln:
Kiepenhauer.
- Kluwe, R.H. (1983). Beweglichkeit des Denkens. In L. Montada, K. Reusser
und G. Steiner (Hrsg.). Kognition und Handeln (pp. 127-145).
Stuttgart: Klett.
- Dörner, D. (1976). Problemlösen als Infromationsverarbeitung
Stuttgart: Kohlhammer.
- Anderson, J.R. (1988). Kognitive Psychologie. Heidelberg: Spektrum.
- Kintsch, W. (1982). Gedächtnis und KognitionBerlin: Spektrum.
- Fröhlich, W.D. (1987). Wörterbuch zur Psychologie. München: Deutscher
Taschenbuch Verlag.
- Wessels, M.G. (1990). Kognitive Psycholgie. München: Ernst Reinhardt Verlag.
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